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Hetzendorfgespräche – Teil 4SYMPOSIUM ZUM THEMA "WAS IST MODE" 28., 29. Januar 2003 Bei der Positionierung des Phänomens Mode geht es heute um eine verwirrende Vielfalt: um Berührungen und Überschneidungen, um Tradition und Konsum, um neue Gesellschafts- und Unternehmensstrukturen, um Professionalität und perfekte Passform, aber auch um die „Seele“ eines Labels... Fest steht, dass sich die Modebranche dramatisch verändert – Design hat sich von einer kreativen zu einer wissensintensiven Disziplin entwickelt –,die notwendigen Konsequenzen auf der Seite der Ausbildung jedoch noch hinterherhinken. Nach diesen Gesprächen ist folgende Frage leichter zu beantworten: Verändert haben sich nicht nur die Bedingungen für Mode, sondern ganz massiv auch die für die Ausbildung: Modeschöpfer, Designer, Lehrer oder Direktoren müssen heute völlig anders arbeiten als noch vor 20, 10 oder gar 5 Jahren. Sie brauchen andere Fähigkeiten und andere Strukturen, um funktionieren und der Konkurrenz erfolgreich standhalten zu können. Mode ist eine immense Bildproduktion (Schurian) – wo ist die Schnittstelle zwischen Kunst und Mode? Wie sind die „Kukidents“ oder auch „Master Consumers“ (!) – die alles andere nur nicht alt sein und auch nicht so genannt werden wollen – in die Überlegung einzubeziehen (jeder Dritte wird 2030 älter als 60 Jahre alt sein)? Wie werden „Silhouetten gewichtet“ (Samsonow) – welche Rolle spielt dabei reales oder symbolisches Gewicht? Modepräsentation „ Fancy Prints “ von SchülerInnen der Modeschule Wien in Schloss Hetzendorf Als weiteren Aspekt der „Identitäts“-Frage „Was ist Mode?“ haben wir als Abschluss der Veranstaltung – inspiriert durch unsere Ausstellung „Fancy Prints“ im letzten Herbst – eine Präsentation von „europäischen“ Modellen aus westafrikanischen Druckstoffen gezeigt. Die Modelle wurden von den SchülerInnen der Modeschule selbst entworfen und vorgeführt. „Des Kaisers neue Kleider“ In seinem Vortrag hat Andreas Braun zu Moden des Konsums gesprochen. Material in der Kunst von Gudrun Kampl Gudrun Kampl’s Zugang zum menschlichen Körper, der sich in ihrer Kunst in vielfältiger Form spiegelt, ist ein zutiefst fraulicher. Sie betreibt eine Anatomie der Sinnlichkeit und ist eine abgründige Geschichtenerzählerin im Spannungsfeld von Objekt, Skulptur, Plastik und Installation. Mythos und Mode Mode – Heimliche Geliebte der Kunst. Mode ist zugleich Enthüllung und Verkleidung, Anonymisierung und eine Schutzhülle des eigenen Selbst. Mode ist eine Sprache, eine Botschaft. Sie entfaltet kommunikative Wirkungen - besonders für diejenigen, die sich modisch kleiden. Moderne Kunst ist nicht modisch. Und wenn sie modisch ist, ist sie auf jeden Fall nicht gut. Welchen Impetus liefern Mode und Kunst einer globalisierten Welt, die sich von der Konsum- über die Freizeit-, Dienstleistungs-, Multi-Options- bis hin zur Informationsgesellschaft und mittlerweile bis zur Cybercommunity entwickelt? Schnelles Kommen, langsames Verschwinden – wenn aus Moden
Traditionen werden (und aus Prototypen Stereotypen) Wechselwirkungen von Tracht und Mode Es wurden im Vortrag die historischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Hintergründe für die spezifische österreichische Entwicklung aufgezeigt. Zeitgenössisches Modedesign Der Vortrag zeigte die wesentlichen Strömungen im zeitgenössischen Modedesign auf. ModedesignerInnen haben sich in den letzten zwei Dekaden von "bloßen Kleidermachern" zu umfassenden Produktentwicklern und Vordenkern innerhalb der visuellen Kultur entwickelt. Dabei wurde der Versuch unternommen, den neuen Tendenzen und den Konzepten, das diesen DesignerInnen zu Grunde liegt, nachzuspüren. Im Besonderen wurde der Diskurs von Mode und anderen Disziplinen, wie Fotografie, Architektur, Design und Musik der letzten 10 Jahre beleuchtet. Mode – Kunst oder Kommerz? Modedesign wird oft als ein einmaliger Schöpfungsakt eines jeweiligen
Modeartikels missverstanden. Die Entwicklung eines Modeartikels über
seinen gesamten Lebenszyklus hinweg unterliegt gestalterischen, künstlerischen
und wirtschaftlichen Aspekten und Anforderungen, die sich fortlaufend
verändern. Design ist heute ein permanenter Gesamtprozess, der sich
nicht nur innerhalb der kreativen Elite abspielt. Die Zeit der verklärten,
weltfremden Design-Genies ist passé. "Nothing comes closer to women than Wolford" Mode bedeutet für Wolford: Schönheit, Erotik, Wohlfühlen, Sicherheit, Schutz, Funktion, Gesundheit, Träume, Selbstverständlichkeit, Intelligence Wear®. Dargestellt als „Mut zum Experiment“ anhand vieler Highlights for women and men aus einem halben Jahrhundert der „World of Wolford“. 18.00 Uhr: Podiumsdiskussion mit allen Teilnehmern 20 Uhr: Fancy Prints |
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